Schrift größer Anzeigen
Neues aus den Kliniken


19. Debstedter Symposium

Das Knie und die Schmerzen

Schwerpunkte

Neuroorthopädie,
Kinderorthopädie,
Therapieresistente Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Die Kinderorthopädie beschäftigt sich mit Erkrankungen und Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates, die typisch für das Kindes- und Jugendalter sind. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Die Entwicklung der Kinder unterliegt besonderen Gesetzmäßigkeiten, die bei der Behandlung speziell berücksichtigt werden müssen.

Die Neuroorthopädie behandelt Folgen neurologischer Grunderkrankungen am Stütz- und Bewegungsapparat bei Patienten jeglichen Alters. Wichtige neurologische Grunderkrankungen sind die Infantile Zerebralparese, Muskeldystrophien, das Schädel-Hirn-Trauma, die Spina bifida, Schlaganfälle, Dystonien, das Rett-Sydrom, M. Parkinson, Poliomyelitis und viele andere mehr. Zu den Folgen dieser Erkrankungen, Verletzungen oder Syndromen gehören Bewegungsstörungen aufgrund von Muskelimbalancen, die auf Dauer zu Gelenkfehlstellungen mit Schmerzen und Funktionsverlust führen. Das Ziel der Behandlung ist der Erwerb und der Erhalten einer größtmöglichen Selbständigkeit unter Berücksichtigung der Gesamtpersönlichkeit der Patienten im Zusammenhang ihrer speziellen Lebensumstände. Im Letzten geht es um die Teilhabe (Integration) von Menschen mit Behinderungen in das gesellschaftliche Leben. Uns ist dabei die Begleitung der Patienten durch alle Lebensphasen, von der Wiege bis ins hohe Alter wichtig.

Ein dritter Schwerpunkt liegt auf den sogenannten therapieresistenten Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Die konservative Therapie ist ausgereizt, Operationen sind häufig schon durchgeführt und trotzdem kommt es nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Beschwerden. Durch Chronische Schmerzen drohen Invalidität und Behinderung. Aufgrund der Großen Erfahrung durch die Behandlung von Menschen mit Behinderungen suchen wir gemeinsam im Team nach Möglichkeiten (z.B. Hilfsmittel), um die Lebensqualität zu verbessern und die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen und lange zu erhalten.

I. Allgemeine Kinderorthopädie:
Angeborener Klumpfuß (Behandlung nach z. B. Ponseti), alle Arten der Fußfehlformen, M. Perthes, Epiphysiolysis capitis femoris (Hüftkopfgleiten), Coxitis fugax (Hüftschnupfen), angeborene Hüftdysplasie und Hüftluxation, Osteochondrosis dissecans, Fehlbildungen von Armen und Beinen, X-Beine, O-Beine (Behandlung mit Fixateur externe, TSF, 8-Plate), orthopädische Neugeborenenversorgung.

II. Spezielle Kinderorthopädie:
Alle Formen von Fehlbildungssyndromen, Myopathien, Neuropathien, Spina bifida, Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma, alle Formen der Infantilen Cerebralparese ( ICP, hirnbedingte Bewegungsstörungen), Stoffwechselerkrankungen, Syndrome wie M. Down, Rett-Syndrom, TAR-Syndrom.
Therapie von Beinlängendifferenzen, Achsabweichungen und Rotationsfehlern, konservativ und operativ, mit und ohne Fixateur extern (Ilizarov, TSF).
Der Kinderstation ist ein Kindergarten (nicht nur für Kinder), sowie eine Bettenschule für die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen angeschlossen.
Entsprechend der Empfehlung der American Academy of Pediatrics „Policy Statement" von Juli 2002 (Quelle Pediatrics 110 (2002) 187 - 191 werden außer der Tumorchirurgie des Knochens alle Bereiche abgedeckt.

III. Spezielle Neuroorthopädie des Erwachsenen:
Die Orthopädie III der Seepark-Klinik ist das einzige Zentrum bundesweit mit dem Schwerpunkt "Neuroorthopädie des Erwachsenen".
Alle Formen von Fehlbildungssyndromen, Myopathien, Neuropathien, Spina bifida, Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma, alle Formen der zerebralen Bewegungsstörung, Neurologische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Post-Polio-Syndrom, Dystonien.

Folgende Sozialeinrichtungen für Menschen mit körperlichen Behinderungen sind der Orthopädie III fachlich assoziiert (Träger DRK-Kreisverband Wesermünde):
1. Internat (90 Plätze)
2. Kindertagesstätte (ca. 45 Plätze)
3. Drei Wohnheime für schwerstmehrfachbehinderte Erwachsene mit integrativem Wohntraining einschließlich der Möglichkeit des betreuten Wohnens (je ca. 20 Plätze)

Debstedter Konzept

Das Debstedter Konzept ist eine Behandlungsform zur Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Bewegungsstörungen und Behinderungen.
Dieses Konzept beruht auf einem in sechs Jahrzehnten erworbenen Fachwissen und beinhaltet eine individuelle Therapie unter Einbeziehung des Patienten, der Angehörigen und allen, die um den Betroffenen Sorge tragen. Dazu kann bei Bedarf Physio- und Ergotherapie, die Anfertigung von Hilfsmitteln, die der jeweiligen Beeinträchtigung entsprechen, die Behandlung mit Botulinum-Toxin und das gesamte Spektrum notwendiger Operationen gehören.
Eine wichtige Säule des Debstedter Konzepts ist die Einbeziehung von Wahrnehmung in alle Arten der Behandlung als Erweiterung einer unzureichenden rein biomechanischen Sichtweise von Bewegungsstörungen. So können z.B. Hilfsmittel nicht nur durch äußeres Stützen (z.B. Schienen/Orthesen), sondern auch durch die Vermittlung von Sicherheit zur Tonusregulation und damit funktionsverbessernd wirken.
Neben der medizinischen Betreuung ist die sozialmedizinische Betreuung von großer Bedeutung. Jede Lebensphase findet entsprechend ihrer speziellen Bedürfnisse im individuellen Therapiekonzept Berücksichtigung. Optimal ermöglicht wird diese Betreuung durch die Funktion des Landesarztes für Körperbehinderte des Landes Niedersachsen. Wir möchten dabei helfen, den richtigen Kindergarten, die richtige Schule und einen entsprechenden Beruf zu finden. Wir können Sie bezüglich aller Spezialisten und Einrichtungen beraten, die Menschen mit Behinderungen betreuen, und mit denen wir ein ausgedehntes Netzwerk bilden.
Das Ziel des Debstedter Konzepts ist, durch eine vorausschauende, optimale Behandlung unter Einbeziehung aller medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten dem Betroffenen auch für die langfristige Zukunft ein Leben mit höchstmöglicher Entwicklung und Lebensqualität mitten in der Gesellschaft zu ermöglichen.