Meniskusschäden
Die Menisken sind sichelförmige Faserknorpelscheiben im Kniegelenk, die eine Stoßdämpferfunktion haben. Es gibt einen Innen- und einen Aussenmeniskus. Durch Unfälle oder durch einen Verschleiß der Knorpelscheiben können sich schmerzhafte Risse im Meniskusgewebe bilden. Es treten belastungs- oder auch bewegungsabhängige Schmerzen auf. Diese können mit Bewegungseinschränkungen (Blockaden) oder Funktionseinschränkungen sowie Gelenkschwellungen einhergehen. Zusätzlich zu Meniskusschäden kommen häufig auch Begleitverletzungen des Knorpels (freie Gelenkkörper) oder der Bänder vor (Siehe Kreuzbandruptur).
Abb. 1:zeigt eine Innenmeniskusrissbilder (n. Strobel 2001)
Der Knochen und die Gelenkform des Kniegelenkes wird mit Röntgenbildern beurteilt. Die Weichteile werden mit Hilfe der MRT (Magnetresonanztomographie) oder Ultraschall bzw. Computertomographien untersucht.
Konservative Behandlung
Kleinere längsverlaufende basisnahe Einrisse können ggf. mit konservativen d.h. nicht operativen Maßnahmen behandelt werden. Verschleißbedingte Meniskusschäden, meist bei älteren Patienten, zeigen teilweise auch nur eine geringe klinische Symptomatik. Konservative Maßnahmen sind Schmerztabletteneinnahme, Spritzen oder Physiotherapiebehandlungen mit einem Muskelaufbau des Kniegelenkes.
Operative Therapie
Symptomatische Meniskusschäden insbesondere bei Blockierungen werden arthroskopisch behandelt. Dabei handelt es sich um eine Gelenkspiegelung mit einer Optik und kleinen Instrumenten. Abgerissene Meniskusanteile können so schonend entfernt werden. Dabei gilt die Maßgabe „ So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“ . Da der Meniskus aus Stabilitätsgründen nicht vollständig entfernt wird, können sich aber zu späteren Zeitpunkten oder bei neuen Verletzungen wieder neue Risse bilden (sogenannter Rezidivriß).
Bei kapselnahen längsverlaufenden Rissen kann auch die Refixation durch eine Meniskusnaht erforderlich sein. Begleitverletzungen wie Kreuzbandrisse oder andere Bandverletzungen werden gesondert therapiert, ggf. in eigener Sitzung.
Abb. 2: geplanter Resektionsbereich bei Innenmeniskusriß (n. Strobel 2001)
Nachbehandlung
Nach der Teilentfernung von Meniskusgewebe sollte das betroffene Kniegelenk noch ca. 2 Wochen mit ca. 20 kg nur teilbelastet werden, damit sich nicht erneut wieder Risse in dem Restmeniskusgewebe bilden. Physiotherapie wird zur Muskelkräftigung und zum Abbauen von Gelenkergüssen durchgeführt werden. Nach einer Naht des Meniskus werden die Bewegungsausmaße und die Belastung für 4-6 Wochen begrenzt. Die Risiken der Meniskusverletzung oder der ggf. erforderlichen Operation sind Thrombosen (Gerinnsel) oder Embolien (freie Gerinnsel im Körper). Zur Verhütung von Thrombosen werden Antithrombosespritzen angewandt. Das Infektionsrisiko liegt bei den Spiegelungen bei 3 /1000. Dauerfolgen nach Verletzungen des Kniegelenkes ist die Gelenksarthrose (Verschleiß).



