Schrift größer Anzeigen
Neues aus den Kliniken


Siegel des Kinderschutzbundes verliehen

Der Orthopädie III der Seepark Klinik Debstedt wurde das Siegel Kinderfreundlicher Service...

Knorpeltherapie

Abbildung 1
Abbildung 2
Abbildung 3
Abbildung 4
Abbildung 5
Abbildung 6
Abbildung 7
Abbildung 8

Bei der Behandlung von isolierten Knorpelschäden kommen sowohl operative als auch konservative Therapiemöglichkeiten infrage. Die konservative Behandlung beinhaltet die medikamentöse, die physikalische, die physiotherapeutische und ggf. die orthetische Therapie, die üblicherweise durch die niedergelassenen Fachärzte bei sehr kleinen bzw. sehr grossen verschleißbedingten Knopelschädigungen (Arthrose) durchgeführt werden. Diese Therapien behandeln die Symptome, können jedoch den Knorpelschaden nicht heilen. Bei isolierten Knorpelschäden, die aufgrund eines Unfalls (Abb 1), einer Minderdurchblutung des darunterliegenden Knochens (Osteochondrosis dissecans) (Abb 2) sowie in ausgewählten Fällen durch Verschleißprozesse (Abb 3) entstehen, stehen verschiedene operative Therapien zur Verfügung.

1. Mikrofrakturierung (Abb 4)

Hierbei wird die unter dem Knorpel liegende Knochenlamelle mit kleinen Bohrern bzw. Meißeln durchbrochen. Das daraufhin austretende Blut enthält Stammzellen, die wiederum in der Lage sind, Narbengewebe zu bilden und somit den Defekt auszufüllen. Dieses Narbengewebe ist von minderer Qualität und somit weniger belastbar. Diese Therapie ist insbesondere bei Defekten, die nicht in der Hauptbelastungszone liegen, bei kleinen Defekten sowie bei jugendlichen Patienten, die aus den Stammzellen noch Knorpelzellen regenerieren können, erfolgversprechend.

2. Mosaik-Plastik (Abb 5)

Diese Therapie wird bei etwas größeren Defekten, die in der Hauptbelastungszone liegen, angewandt. Hier wird ein Knorpel-Knochen Zylinder aus einem weniger belasteten Arial des Gelenkes entnommen und in den vorbereiteten Defekt verpflanzt. Für diese Therapie eignen sich nur Defekte, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten, da die Entnahmestellen nur begrenzt zur Verfügung stehen.

3. Knorpelzellentransplantation

Die (M)ACT oder auch (matrixassoziierte) autologe Chondrozyten-Transplantation ist eine Therapie, die sich sehr gut bei unfallbedingten Knorpelschäden, die eine bestimmte Größe überschreiten, bei einer Osteochondrosis dissecans sowie bei lokalen Verschleißprozessen anwenden lässt. Hierbei wird in einer ersten Operation (Gelenkspiegelung) eine Knorpelprobe entnommen und in ein spezielles Labor zur Anzüchtung geschickt. Nach drei Wochen erfolgt die Implantation passgenau (Abb 6 und 7) über eine minimal-invasive Operation. Die Vorteile dieses Verfahrens liegen in der Qualität des Knorpels, die dem originalen Knorpel sehr nahe kommt, sowie in der Möglichkeit relativ große Defekte zu behandeln. Sechs Monate nach der Implantation ist der Defekt in den meisten Fällen kaum noch nachweisbar (Abb 8).

Die Art der Therapie wird individuell je nach Ursache, der Lokalisation und der Größe des Defektes sowie nach dem Alter des Patienten festgelegt.

Die Nachbehandlung mit Ent- bzw. Teilbelastung beträgt je nach Therapieart 8 bis 12 Wochen. Sportliche Aktivitäten können aller Regel nach in 6 bis 12 Monaten wieder durchgeführt werden.

 

(Quelle: Abb 4 und 5 Fa. Aesculap)